Interview

Interview mit Christian Dummler, Geschäftsführer und CFO der Zeppelin GmbH‎

Welche Idee steckt hinter der Plattform klickrent.com?

„Das Geschäftsmodell von Zeppelin Rental sieht vor, alle Assets wie Maschinen und Geräte ‎selbst zu besitzen und diese nah beim Kunden zu platzieren, um eine schnelle Nachfrage zu ‎befriedigen. Dieser Ansatz ist teuer und skaliert sehr schwierig. Außerdem sind Kunden an ‎Öffnungszeiten gebunden. Im Jahr 2013 haben wir uns die Frage gestellt, was es für Zeppelin ‎bedeuten würde, wenn es eine Plattform gäbe, auf der Baumaschinenbesitzer ihre Geräte ‎vermieten könnten, ähnlich eines Shared-Economy Ansatzes? Die Auswahl an Geräten, ‎Verfügbarkeit, Nähe und Komfort würden unseren bisherigen Vertriebskanal über unsere ‎Niederlassungen fast immer schlagen. Ein ganz wichtiger Teil des Geschäftsmodells von ‎Rental wäre damit akut in Gefahr. Aus diesen Überlegungen heraus wurde 2014 das ‎Tochterunternehmen klickrent in Berlin gegründet, abseits des etablierten Zeppelin Konzerns.“

Sie haben die Plattform explizit auch für Wettbewerber geöffnet. Warum haben Sie ‎sich für diesen Weg entschieden?

„Zu unseren Partnern zählen nicht nur klassische Vermietunternehmen, sondern auch ‎Hersteller, die gemeinsam mit beziehungsweise über klickrent ein Vermietgeschäft aufbauen ‎oder mit uns strategisch zusammenarbeiten wollen. Hinzu kommt erstes Interesse von ‎klassischen Bauunternehmen von Konzerngröße sowie von Mietvereinigungen. klickrent ‎verfolgt dabei das strategische und für einen offenen Marktplatz unabdingbare Ziel, ‎unabhängig von Herstellern und Vermietern zu sein. Denn dies ist die Grundlage für die ‎Schaffung eines transparenten, digital verfügbaren sowie einfach zu bearbeitenden ‎Mietgeschäfts.‎“

Welches Businessmodell verfolgen Sie mit der Plattform‎?

„Unser Ziel ist es, mit klickrent existierende Vertriebswege zu revolutionieren und zu ‎digitalisieren! Mit klickrent können wir herstellerunabhängig Baumaschinen und Geräte anbieten bzw. vermitteln. Dank ‎der Online-Plattform ist ebenso eine Erweiterung auf andere Produktsparten denkbar, ‎beispielsweise auf Landwirtschaftsmaschinen. Im Moment liegt der Schwerpunkt unserer ‎Geschäftstätigkeit auf dem deutschen Markt. Die Etablierung ähnlicher Marktplätze in ‎weiteren Ländern ist jedoch vorgesehen‎.“

Welches Businessmodell verfolgen Sie mit der Plattform‎?

„Wir waren uns bei der Gründung von klickrent bewusst, dass das zumindest die ‎Kannibalisierung des eigenen Geschäfts bedeuten könnte und wir uns damit Konkurrenz im ‎eigenen Unternehmen schaffen könnten. Wir wussten aber auch, wenn wir diese ‎Geschäftsidee nicht selbst am Markt etablieren, dann tut es jemand anderes. ‎
Unternehmen, die über eine ähnliche Erweiterung ihres Geschäftsmodells nachdenken, ‎sollten berücksichtigen, dass die Digitalisierungsstrategie vom obersten Management ‎gesteuert und verantwortet werden sollte, damit sie erfolgreich umgesetzt werden kann.‎ Zudem ist die Kommunikation an die Mitarbeiter ein wichtiger Faktor. Unsere Mitarbeiter ‎wurden über das Vorhaben, klickrent zu gründen, umfassend informiert. Wir haben die ‎Gründe genannt, Zusammenhänge erklärt und deutlich gemacht, dass klickrent kein Ersatz ‎für bestehendes Geschäft ist, sondern eine Ergänzung dessen. Dieser Schritt war neben ‎vielen anderen wichtig für die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens und letztendlich den ‎Erfolg von klickrent.‎“

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